Baufachzeitung

27.06.2017

Baulogistik Baufachzeitung

Kreislaufatemschutzgeräte

Das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm mit der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm ist das größte Ausbaukonzepte für den öffentlichen Schienenverkehr in Baden-Württemberg seit dem 19. Jahrhundert. Auf der 117 Kilometer langen Strecke werden insgesamt 20 Tunnelbauwerke erstellt. Der Technische Händler Schöffler & Wörner aus Karlsruhe liefert für Tunnelbau-Arbeitsgemeinschaften Kreislaufatemschutzgeräte, die dazugehörigen entscheidend notwendigen Dienstleistungen sowie weitere Arbeitsschutzprodukte.

Jede Tunnelbau-Arbeitsgemeinschaft (Arge) muss gemäß den deutschen gesetzlichen Richtlinien eine baustelleneigene Rettungswehr ausbilden. Rein rechtlich handelt es sich bei den Wehren der Argen nicht um Grubenwehren nach Bergbaurecht. Die Notwendigkeit der Ausbildung von Tunnelwehren oder Rettungswehren basiert nicht auf dem Bergbaurecht, sondern ist das Ergebnis eines Beschlusses des deutschen Innenministeriums. Feuerwehren dürfen nur noch bis 200 Meter zur Brandbekämpfung in Tunnelbaustellen eindringen. Die baustelleneigene Rettungswehr wird daher in Zusammenarbeit mit den örtlichen Feuerwehren die Brandbekämpfung übernehmen und / oder koordinieren. Die Hauptstellen für das Grubenrettungswesen haben hier zwar stark bei der Ausbildung unterstützt, sind aber diesbezüglich nur als Berater und Dienstleister tätig. Die Ausbildung erfolgte teilweise nach FWDV und nach ZGRW (FeuerwehrDienstVorschrift und Zentrales Grubenrettungswesen).

Diese Regelung kommt auch schon beim Bau der Tunnel zum Tragen und nicht erst bei der Inbetriebnahme. Mehrere Tunnelbau-Arbeitsgemeinschaften des Projektes Stuttgart 21 haben sich für die Ausstattung ihrer Tunnelwehren die KO2-Kreislaufatemschutzgeräte AirElite 4h von MSA AUER ausgesucht, da sich diese bereits bei Einsätzen in Tunneln bewährt haben und die Anforderungen der Rettungskräfte im Tunnelrettungswesen und der Feuerwehren abdecken. Mit der integrierten Kontrolleinheit nutzt das Kreislauftatemschutzgerät AirElite 4h alle Vorteile des Kaliumhyperoxid (KO2)-Prinzips auch für Langzeiteinsätze bis zu vier Stunden. Optische und akustische Signale informieren den Anwender bei 50, 20 und 5 % der Restkapazität.

Atemschutzmaske Advantage AirElite von MSA Auer

Umfangreiches Angebot
Schöffler & Wörner ist Teil des deutschlandweiten MSA-Partnernetzes sowie Mitglied im VTH Verband Technischer Handel. Als technisches Handelsunternehmen liefern die Karlsruher den Arbeitsgemeinschaften Einsatz- und Trainingsgeräte sowie die sicherheitstechnische Ausstattung für die Tunnel-, Gruben- und Feuerwehr, Wärmebildkameras, Rettungstragen, Feuerwehrschläuche etc. Ausschlaggebend für die Zusammenarbeit war für die einzelnen Argen allerdings das umfassende Dienstleistungsangebot des Unternehmens.

So hat das Handelsunternehmen zum Beispiel zusammen mit MSA Auer ein Gerätelager für Notfälle eingerichtet, auf das die beteiligten Feuer- und Tunnelwehren in den Bundesländern Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern zugreifen können. Für die Tunnelbau-Argen hat das Unternehmen eine Checkliste für sogenannte „Emergency Procedures“ mit einer 24-Stunden-Erreichbarkeit erarbeitet, um den Betrieb der Geräte zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen.

Laut gesetzlicher Vorschriften haben die Mitarbeiter der Tunnelwehr mindestens monatlich eine Trainingseinheit mit den Geräten zu durchlaufen. Jede einzelne Arge setzt dazu das Training zeitlich fest, allerdings finden diese nicht zeitgleich statt. Gesamttrainings, an denen die Tunnelwehren mehrerer Argen teilnehmen, finden auch in regelmäßigen Abständen statt. Die Termine dazu erhält der Dienstleister im Vorfeld.

Tunnelwehr mit Kreislaufatemschutzgeräten im Einsatz

Kreislaufatemschutzgeräte sind regelmäßig zu warten
Sowohl die Trainingsgeräte, die im Endeffekt dieselben Geräte wie die Einsatzgeräte sind, nur ohne das Chemikalienkanisterset, als auch die Einsatzgeräte sind regelmäßig zu warten. Der entsprechende Wartungsvertrag sieht u.a. vor, die Trainingsgeräte nach jedem Einsatz zu warten und die Funktionsweise der Einsatzgeräte regelmäßig zu überprüfen, damit diese im Einsatzfall eingesetzt werden können.

Das bedeutet, dass diese auseinandergebaut werden müssen und die Einzelteile komplett zu säubern, zu waschen, zu trocknen, zu prüfen und zu desinfizieren sind. Danach werden sie wieder zusammengebaut und die Funktionen überprüft. Regelmäßig tauscht das Unternehmen auch Verschleißteile aus. Dazu holt das Unternehmen die Geräte nach jedem Training ab, führt die Wartung durch und bringt diese danach wieder auf die Tunnelbaustellen. Kommen die Geräte zum Beispiel bei einem Brand zum Einsatz, holen die Karlsruher sie danach ab, führen die gleichen Reinigungs- und Prüftätigkeiten wie bei den Trainingsgeräten durch und liefern sie danach einsatzfähig wieder an die Tunnelbaustellen aus. Sollten die Geräte allerdings bei einem Ernstfall benötigt werden, liefert Schöffler & Wörner – damit es nicht zu einem Engpass kommt – innerhalb von 24 Stunden einsatzbereite Ersatzgeräte. Fazit: Der technische Handel ist heute nicht mehr nur reiner Produktlieferant, sondern muss komplexe Dienstleistungen im Portfolio aufweisen.

www.swweb.de und www.MSAsafety.com

 

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