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19.10.2017

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Fassadensanierung im laufenden Betrieb

In der Karlsruher Innenstadt wurde ein denkmalgeschütztes Bürohochhaus im laufenden Betrieb saniert. Innerhalb von nur drei Monaten hat Freyler Metallbau die Pfosten-Riegel-Fassade komplett erneuert.

Im Durchschnitt verbrauchen Bestandgebäude etwa dreimal soviel Energie wie Neubauten. Eine energetische Sanierung kann hier Abhilfe schaffen und den Bestand wirtschaftlich attraktiv und zugleich fit für die Zukunft machen. In der Karlsruher Innenstadt wurde jetzt ein denkmalgeschütztes Bürohochhaus saniert: Innerhalb von nur drei Monaten wurde die Fassade komplett erneuert. Dank der optimal gedämmten Gebäudehülle ließ sich der Heiz-Energieverbrauch deutlich reduzieren.

Um Wärmebrücken zu vermeiden, wurde die gesamte Gebäudehülle energetisch saniert, d.h. sowohl die Fassade an den Stirnseiten erneuert, als auch die ursprünglichen Pfosten-Riegel-Fassaden an den Längsseiten. „Die 1.350 Quadratmeter große Holz-Aluminium-Konstruktion an der Ost- und der Westfassade musste komplett ersetzt werden – und das bei laufendem Betrieb“, schildert Stefan Gauss, Geschäftsbereichsleiter der Freyler Metallbau GmbH eine der Herausforderungen. Die Spezialisten für Fassadenbau waren verantwortlich für die Planung, Fertigung, termingenaue Logistik und Montage der Fassade.

Die Montage der Fassadenelemente führte Freyler Metallbau von oben nach unten durch, um parallel zum Baufortschritt das Gerüst abzubauen.

Darüber hinaus steht das achtgeschossige Bürogebäude unter Denkmalschutz, d.h. die Fassade musste in seiner Geometrie und Farbigkeit erhalten bleiben. Gemeinsam mit Raico wurde daher ein Sonderprofil entwickelt, um die ursprünglichen Fassadenprofile originalgetreu nachzubilden. FRAME+ 75 WI-Sonderprofile wurden als dreifach verglaste Einsatzelemente in die Fassade integriert. „Die Abstimmung der Verbindungselemente auf diese Profile fand in enger Zusammenarbeit mit Raico statt“, berichtet Stefan Gauss.

Rein optisch entspricht die neue Fassade damit genau dem früheren Vorbild und erfüllt die Vorgaben des Denkmalschutzes. Aus energetischer Sicht sorgt die neue Fassade jedoch mit einem U-Wert von 0,8 bis 1,1 W/(m²K) – je nach Bauteil – für eine maximale Wärmedämmung. Die Glasscheiben haben einen Ug-Wert von 0,5 W/(m²K).
„Die Montage der Fassadenelemente fand von oben nach unten statt, um parallel zum Baufortschritt gleich das Gerüst abbauen zu können und so schnell wie möglich wieder einen ungestörten Büroalltag zu gewährleisten“, erklärt Stefan Gauss weiter. „Zudem sind wir immer von Vorder- zu Rückseite gesprungen, so dass die Nutzung aufrecht erhalten werden konnte und die Mitarbeiter nur für kurze Zeit von der einen zur anderen Seite der Etage umziehen mussten.“

Die Fassade des Gebäudes steht unter Denkmalschutz und musste in ihrer Geometrie und Farbigkeit erhalten bleiben. Gemeinsam mit Raico wurde daher ein Sonderprofil entwickelt.

In mehreren Etappen ersetzte Freyler Metallbau so innerhalb von nur drei Monaten die jeweils etwa 4,5 Quadratmeter großen alten Holz-Aluminium-Fassadenelemente durch die neuen Aluminiumfassadenmodule. Sämtliche Elemente, die im Laufe des Tages ausgebaut wurden, mussten bis zum Abend durch neue ersetzt werden. Ein Vorteil für den schnellen Austausch lag in der durchlaufenden Dichtung für das Entwässerungssystem der Pfosten-Riegel-Konstruktion, die nahtlos über alle Etagen hinweg eingesetzt werden konnte.

Neben der Pfosten-Riegel-Konstruktion zeichnete Freyler Metallbau auch für andere Verglasungen am Gebäude verantwortlich. So wurden an den Stirnseiten neue Dreh-Kipp-Schwingfenster eingebaut und die Verbindungsbrücke zum Nachbargebäude mit neuen Fensterelementen, Dämmung und Fassadenverkleidung saniert.

Bautafel
Bauherr: J. und A. Kohm Augartenstrasse Karlsruhe GmbH & Co. KG
Fertigstellung der Sanierung: Sommer 2012
Bauzeit (Sanierung): 3 Monate
Fassade: 1.350 m², Aluminium-Pfosten-Riegel-Konstruktion
U-Wert: ca. 0,8 bis 1,1 W/(m²K) (je nach Bauteil)
Ug-Wert Verglasung: 0,5 W/(m²K)
FREYLER Metallbau GmbH, www.freyler.de

Bilder: FREYLER Metallbau GmbH

Neben der Fassade ersetzte Freyler auch andere Verglasungen wie die Dreh-Kipp-Schwingfenster an den Stirnseiten. 

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