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27.06.2017

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Renovierung des Rudas-Bades in Budapest

Für die Fassadenelemente verwendeten die Verantwortlichen Weißzement von CRH
Das Rudas-Bad ist über 400 Jahre alt. Durch den Umbau hat es einen neuen Glanz erhalten.
Die neuen Elemente sind teilweise auch von Innen zu sehen

Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Budapests zählen seine weltweit bekannten Bäder. Sie verliehen der Hauptstadt Ungarns den Beinamen „Badestadt“ – und dies zu Recht, denn das Baden hat hier eine 2000 Jahre alte Tradition. Bereits die römischen Stadtgründer nutzten die Quellen der Natur. Die heute noch funktionierenden Bäder stammen hauptsächlich aus den Jahrzehnten der türkischen Besatzung. Das Rudas-Bad wurde 1597 erstmals erwähnt und bietet nach wie vor seinen Besuchern wohltuende Entspannung. Um diese zu steigern, entschlossen sich die Verantwortlichen, das Thermalbad Ende 2014 zu renovieren. Die Umbauarbeiten dauerten ein Jahr lang. Dabei erhielt das Bad vier neue Pools, Saunen, ein Restaurant und ein Café. Besonderes Highlight des Umbaus ist die neue Dachterrasse. Sie bietet neben einem wohlig temperierten Jacuzzi vor allem einen eindrucksvollen Blick auf die direkt daneben liegende Donau und die Stadt.

Fassade
Doch nicht nur die Besucher des Rudas-Bades profitieren von der Renovierung. Auch die Passanten des Gebäudes können die Verbesserung hautnah erleben, denn die Fassade des Südflügels besticht durch eine aufsehenerregende Gestaltung. Sie besteht aus schneeweißen Betonelementen, die mit einem Girih-Dekor gestaltet sind. Diese zeitlose, ästhetische Ornamentik wandten schon die Bewohner des Osmanischen Reiches an. Sie basiert auf fünf Grundmotiven, die aus einfachen Vielecken bestehen. Alle Kanten haben die gleiche Läge. Jedes Motiv hat ein einfaches Muster, dessen Linie die Kanten halbiert. Wenn die Elemente miteinander kombiniert werden, entsteht ein netzartiges Design mit oder ohne periodische Wiederholungen. Für den Umbau des Rudas-Bades kam diese Ornamentik bei 21 Gitterelementen und 40 oberflächenstrukturierten Betonfertigteilen zur Anwendung. Sie werden durch 67 einfache weiße Platten ergänzt, die hauptsächlich im Sockelbereich verbaut wurden. Die Herstellung dieser äußerst anmutigen Sichtbetonelemente übernahm Ivanka Factory & Design Services aus Budapest

Herstellung der Fertigteilelemente
Diese führende Betondesignmarke ist für ihr fortschrittliches Design und herausragende technische Lösungen rund um das Thema Beton bekannt. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, ein Material, das von vielen als grob und industriell angesehen wird, zum Herstellen besonderer Designelemente zu verwenden. Dabei beweist das Unternehmen einen ganzheitlichen Denkansatz und unterscheidet sich von einem normalen Betonfertigteilwerk in vielerlei Hinsicht. Beispielsweise bietet es auch Dienstleistungen und Produkte im Bereich Architektur, Design und Ingenieurwesen sowie in Forschung und Entwicklung an. Bei der Herstellung weißer Betonelemente vertrauen die Betonspezialisten schon seit Jahren auf den Holcim-Weißzement.

Weißzement
Dieser ist unter dem Namen CRH White auf dem Markt erhältlich und zeichnet sich durch seine strahlend weiße Farbe aus. Sie ist auch der Grund, warum viele Betonhersteller sich für diesen Zement entscheiden, wenn es darum geht, hochwertige weiße Sichtbetonelemente herzustellen. Dabei steht dieser Zement seinem grauen Pendant auch in technischer Hinsicht in nichts nach. Selbst massige Bauelemente sind damit gut zu realisieren. Einen weiteren Vorteil bietet CRH White, wenn der Beton eingefärbt werden soll: Pigmentierte Betonelemente, die mit dem CRH-Weißzement hergestellt wurden, erscheinen wesentlich brillanter, als dies mit seinem grauen Pendant möglich ist. Im Anbetracht dieser Vorteile zeigt sich schnell, dass es eine gute Entscheidung war, auch für das Rudas-Bad auf CRH White zu vertrauen. Mit den damit hergestellten Betonfertigteilelementen ist es den Verantwortlichen gelungen, zwei gegensätzliche Gestaltungsideen zu vereinen. Einerseits erscheint die Fassade dank der Materialwahl klar, modern und zurückhaltend. Andererseits wirkt sie aufgrund des Girih-Dekors verspielt orientalisch. Ein Paradoxon, durch die das Gebäude zukünftig sicherlich zahlreiche Blicke auf sich zieht und vielleicht zusätzliche Badebesucher anlockt.

Weißzementlieferant
CRH (Slovensko) a.s. / Weißzement, www.crh-white.com

Hersteller der Betonelemente
Ivanka Factory & Design Services, www.ivankaconcrete.com

Bilder: Ivanka Factory & Design Services

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