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22.07.2017

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Glasatrium des Royal Alexandra Hospital

Temperaturerprobt: Das Glasatrium des Royal Alexandra Hospital in Kanada

Sie sind der Dauerbrenner in der modernen Architektur, ermöglichen sie doch wie kein anderer Baustoff das Zusammenspiel mit Licht und Natur: Glasfassaden und große Glasflächen an Außenwänden. In einer ersten Experimentierphase ging es vor allem darum, die Grenzen des Machbaren immer weiter zu verschieben.

Nach Joachim Stoß, Geschäftsführer der Edgetech Europe GmbH in Heinsberg sind gerade außergewöhnliche Fassaden- und Glaskonstruktionen mit gebogenen oder großformatigen Isoliergläsern oft Black-Box-Projekte. Da wird im Vorfeld viel experimentiert und getestet. Im unserem speziellen Bereich der Abstandhalter bedeutet das aufgrund der individuellen Glasformen und unterschiedlicher Biegeradien in der Regel manuelle Verarbeitung. Dass diese mit hoher Präzision erfolgen muss, um auch noch nach Jahren einen sauberen und hermetisch dichten Randverbund zu gewährleisten, versteht sich von selbst.

Mehr und mehr rücken heute Fragen nach Lebensdauer sowie nach der Optimierung und Aufrechterhaltung der strukturellen Integrität von Glaskonstruktionen in den Vordergrund. Die flexiblen Abstandhalter »Super Spacer« haben in Scherbelastungstests sowie im Hurricane-Simulator ihre Beständigkeit gegen Klimalasten und mechanische Beanspruchung immer wieder bewiesen. Christoph Rubel, Technikspezialist, erklärt, dass aufgrund des elastischen Materials der Randverbund flexibel wird, sprich, der Abstandhalter den Druck abfedert und die Bruchgefahr deutlich reduziert.

Im kanadischen Edmonton herrschen mit Temperaturen bis zu minus 40 Grad Celsius, starken Schneefällen und heftigen Winterstürmen bisweilen extreme klimatische Bedingungen. Aufgrund der hohen relativen Luftfeuchtigkeit in der Krankenhausumgebung war das lichterfüllte, luftige Glasatrium des Royal Alexandra Hospital, das zwei ältere Gebäudeflügel miteinander verbindet, daher im Jahr 1992 eine echte Herausforderung. Die relative Luftfeuchtigkeit wird im Krankenhaus bewusst auf circa 50 Prozent gehalten, um die Gefahr von Infektionen zu senken.

Ohne ausreichende Wärmeisolierung bildet sich schon bei wesentlich geringerer Luftfeuchtigkeit Schwitzwasser auf den Scheiben, sobald sich die Außentemperaturen dem Gefrierpunkt nähern. Die Vermeidung von Kondensat auf der rund 15.200 Quadratmeter umfassenden Glasfassade hatte daher oberste Priorität. Nach Bewertung der verschiedenen technischen Optionen fiel die Entscheidung auf Super Spacer als Abstandhalter. Mehr als 13.000 Meter wurden verarbeitet und bis zum heutigen Tag musste kein einziges Glaselement getauscht werden, kein einziges Mal bildete sich Kondensat auf den Fenstern. Ein weiteres Plus war der flexible Randverbund, der die Druckbelastung durch hohe Schnee- und Windlasten sowie Temperaturschwankungen reduziert. Joachim Stoß, Geschäftsführer der Edgetech Europe GmbH erläutert: „1992 war das Royal Alexandra Hospital ein echtes Pilot-Projekt für alle Beteiligten. Unser Abstandhalter aus Strukturschaum war ja erst wenige Jahre vorher am Markt eingeführt worden. Umso mehr hat es uns gefreut, dass Super Spacer Abstandhalter bei der Erstellung eines weiteren Gebäudekomplexes im Jahr 2005 in der Ausschreibung gefordert wurden. Da kann man sich nur für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.“

Edgetech Europe GmbH, www.superspacer.com

 

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