Baufachzeitung

23.08.2017

Unternehmen-Nachrichten

BIM Award 2016

Modell des Logistikgebäudes SpaCe 4.1 der Trumpf GmbH & Co. KG. Foto: Press'n'Relations

Die Matthäus Schmid Bauunternehmen GmbH + Co. KG erhielt im November 2016 den Hauptpreis des neu ausgelobten BIM Awards. BIM steht für „Building Information Modeling“ und beschreibt eine Methode der optimierten Planung und Ausführung von Gebäuden mit Hilfe von spezieller Software. Verliehen wurde diese Auszeichnung vom BIM Cluster Stuttgart im Fraunhofer Institut. Schmid überzeugte die Jury mit dem Projekt „SpaCe 4.1.“, einem Logistikgebäude mit integrierten Büroräumlichkeiten des Hochtechnologieunternehmens Trumpf im süddeutschen Ditzingen. Der Award ging in der Kategorie „Besondere Bauten“ an das Baltringer Bauunternehmen. „Die Jury begründete ihre Entscheidung mit der Detailtiefe in unseren Projekten, dem von uns entwickelten Partnermodell und die Verknüpfung der BIM-Modelle als Bausolldefinition“, so Christian Schmid, Geschäftsführer des Familienbetriebs. Staatssekretärin Katrin Schütz vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, betonte das große Potenzial vor den 150 geladenen Gästen. In ihrer Rede stellte sie die Vorteile für die Bauwirtschaft hervor, da mithilfe von BIM nicht nur Kostentransparenz und -effizienz gesteigert würden, sondern sich auch völlig neue Kooperationsmöglichkeiten zwischen Planenden, Ausführenden und Betreibern von Bauwerken ergäben. Das Bauunternehmen Schmid setzte sich beim BIM-Award in einem besonders renommierten Teilnehmerfeld durch: Die Universität Stuttgart wurde im Bereich „Forschung und Lehre“ prämiert, während der internationale Baukonzern Bam Deutschland GmbH den Preis für den Bereich „Prozessorganisation“ erhielt. Das Ingenieurbüro Werner Sobek wurde mit einem Sonderpreis für den Entwurf des Nationalmuseums in Katar bedacht.

Beim „Building Information Modeling“ (BIM) werden alle relevanten Gebäudedaten digital erfasst, kombiniert und vernetzt. Es entsteht ein dreidimensionales Modell, auf das alle Akteure in jeder Planungsphase Zugriff haben. In der klassischen Bauplanung wird der Entwurf eines Gebäudes allen Beteiligten, wie beispielsweise Fachingenieuren, Brandschutzgutachtern und Behörden, vorgelegt. Treten Änderungen auf, müssen diese Pläne korrigiert, mit den Fachplanern erneut angeglichen und die aktualisierten Versionen wieder allen zur Verfügung gestellt werden. Dies verursacht nicht nur einen erheblichen Koordinierungs- und Arbeitsaufwand, auch die Kostenkalkulation eines Bauprojekts muss jedes Mal neu erstellt werden. Anders beim Einsatz von BIM: Architekt und Fachplaner nehmen Modifikationen direkt an der Projektdatei, dem Modell, vor. Diese sind nun allen handelnden Personen sowohl als Zeichnung als auch als Datenpaket direkt verfügbar. Dabei werden gleichzeitig Massen und Stückzahlen, die als Grundlage zur Kostenkalkulation dienen, automatisch abgeglichen. Schmid entwickelte selbst einen Standard mit Codierungsvorgaben durch die Fachplaner, die Planung erfolgt in fünf Dimensionen: Zusätzlich zum 3D-Modell des Bauwerks werden die Kostenbausteine (4. Dimension) sowie die Zeitkomponenten (5. Dimension) hinterlegt. Daraus ergibt sich ein 5D-Modell. Änderungen in der Planung wirken sich demnach unmittelbar auf Kosten und Zeit aus.

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