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Massivholz: Diese Vorteile bietet das Bauen mit Holz

Nachhaltigkeit hat auch in der Baubranche eine immer größere Bedeutung. Neubauten aus Massivholzelementen bieten nicht nur eine höhere Wohngesundheit, sondern sparen auch Kohlenstoffdioxid ein und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Diese weiteren Vorzüge hat der Bau mit Massivholz.

Holz als Baustoff liegt im Trend. Dank neuer Produktionsverfahren und besserer Konstruktionsmethoden, erlebt Holz eine Renaissance in der Baubranche – sowohl als Baustoff für Einfamilienhäuser, als auch für Hochhäuser. Denn Design und Funktionalität von modernen Holzhäusern lassen heutzutage kaum noch Wünsche offen.

Durch seine sehr guten Dämm- und feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften besitzt Holz einen positiven Einfluss auf das Raumklima und begünstigt auch die CO₂-Bilanz von Neubauprojekten. So können, verschiedenen Studien zufolge, beim Bau eines typischen Einfamilienhauses mit Massivholz allein im Herstellungsprozess etwa 60 bis 70 Tonnen CO₂ eingespart werden. Laut Statistischem Bundesamt ist der Anteil genehmigter Wohngebäude in Holzbauweise, in Bezug auf die Gesamtzahl aller Neubauten, deutlich gestiegen. Betrug er 2015 noch 16%, sind es 2020 immerhin schon 18,7%.

In Deutschland gibt es bereits einige Hochhaus- und Mehrfamilienhaus-Projekte, bei denen Holz als primärer Baustoff Verwendung findet – unter anderem das „Woodscraper“ in Wolfsburg, das BUGA-Hochhaus in Heilbronn oder der „Woodcube“ in Hamburg. Das derzeit höchste Holzhochhaus der Welt misst 85,4 Meter und steht in Brumunddal in Norwegen. In Tokio soll bis 2041 sogar ein 350 Meter hohes Holzhochhaus entstehen.

Massivhäuser werden in der kompletten Wandstärke aus Holz gefertigt. Die Wand- und Deckenelemente setzen sich aus Brettsperrholz zusammen, das besonders ressourcenschonend hergestellt wird. Denn hierbei werden nur schmale und sägeraue Bretter aus den Randbereichen von Baumstämmen verwendet, die aufgrund ihrer Holzqualität als minderwertig gelten und darum kaum anderweitig verwendbar sind. Der Vorteil gegenüber Beton und Stahl liegt in der Leichtigkeit, bei gleichzeitig hoher Festigkeit und Steifigkeit. Brettsperrholz besteht aus mehreren Lagen Schnittholz, das rechtwinklig zueinander verklebt wird. Durch das besondere Quell- und Schwindverhalten des Brettsperrholzes wird eine hohe Form- und Dimensionsstabilität erreicht. Lasten können sowohl längs als auch quer zur Haupttragrichtung aufgenommen werden – Bauwerkssetzungen werden so auf ein Minimum reduziert.

Im Sinne der Nachhaltigkeit können Massivholzhäuser sogar zu 100% recycelt werden: Wenn Wände und Decken nur aus Massivholz bestehen und keinen Leim enthalten, könnten sie zerlegt und zu neuen Bauteilen zusammengesetzt werden.

Höhere Wohngesundheit und kürzere Bauzeit

Brettsperrholzelemente überzeugen durch ihre temperaturregulierenden Eigenschaften: Der hohe Masseanteil der Bauteile und die damit verbundene Wärme- und Feuchtespeicherfähigkeit hat einen ausgleichenden Effekt auf das Raumklima. Der sommerliche Hitzeschutz erreicht dadurch annähernd die Werte einer herkömmlichen Wand aus Ziegelmauerwerk. Gleichzeitig beruhigt der Duft nach Holz und Natur und sorgt für ein hohes Wohlbefinden. Die flächige Ausbildung der Bauelemente verhindert außerdem Luftbewegungen im Inneren der Bauteile, was sich vorteilhaft auf Wärme-, Brand- und Schallschutz auswirkt. Auch die Heizkosten können mit Massivholz dauerhaft gesenkt werden, da sich die Oberflächentemperaturen, bei gut gedämmten Bauteilen aus Brettsperrholz, nahezu im Bereich der Raumlufttemperatur bewegen.

Der Einsatz von Massivholzelementen kann zudem zu einer kürzeren Bauzeit beitragen, da etwa durch Sichtholzflächen in unterschiedlichsten Ausführungen fast komplett auf Trockenbauarbeiten verzichtet werden kann. Der Rohbau für ein Einfamilienhaus kann so in rund drei Tagen errichtet und wetterfest geschlossen werden. Allerdings: Nachhaltiges Bauen mit Holz ist kostspieliger als eine konventionelle Bauweise. Dafür können sich die Bauherren gewiss sein, dass sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.


Christian Schaar ist Geschäftsführer der S2 GmbH. Foto: S2 GmbH
Christian Schaar ist Geschäftsführer der S2 GmbH. Foto: S2 GmbH

Autor:
Christian Schaar ist Geschäftsführer der S2 GmbH. Seine baubiologischen Kenntnisse erlangte er durch den täglichen Umgang mit Problemen der Baubiologie in verschiedenen Unternehmen des ökologischen Holzbaus. Als Geschäftsführer eines Planungsbüros, dessen Schwerpunkt ebenfalls der ökologische Holzbau ist, wird er bei Neubauprojekten und Sanierungen regelmäßig mit baubiologischen Fragestellungen konfrontiert und als Experte auf diesem Gebiet konsultiert.