Bautechnik

Auf dem mineralischen (Holz)Weg


AnzeigeBFZ-Content GDYN

 

Zurückhaltend farbig, pragmatisch und autofrei, so präsentiert sich die neue Wohnsiedlung „Im Eich“ in der Schweizer Gemeinde Gossau im Züricher Oberland. Die neun Gebäude mit insgesamt 87 Mietwohnungen folgen in differenzierter Höhenstaffelung der Topografie des sanft geneigten Hangs und bilden eine Komposition um abwechslungsreich gestaltete halböffentliche Hofräume. Die Fassade mit sägerauer Holzverschalung ist ein optimaler Haftgrund für die Farbtechnik mit dem mineralischen Holzanstrichsystem KEIM Lignosil. Die gesamte Fassadenfläche betrug 14.000 m2. Das Fassadenmaterial wurde ab Werk zweimal allseitig mit KEIM Lignosil Base grundiert und die Vorderseite einmal mit KEIM Lignosil im Fassadengrundton beschichtet.

Die vollständige Projektbeschreibung ist HIER zu finden.

dachtler architekten keimfarben 02

Interview mit Peter Treitz, Produktmanager KEIM Lignosil, KEIMFARBEN GmbH

Redaktion: Wie kam KEIMFARBEN darauf, den organischen Baustoff Holz mineralisch zu beschichten?

Peter Treitz: Den Wunsch, die Vorteile von Silikatfarben, respektive die absolute UV-Stabilität des Bindemittels und der Farbpigmente, auf den Untergrund Holz zu übertragen, hatte schon Unternehmensgründer Adolf Wilhelm Keim vor 140 Jahren.
Mit der Unterstützung namhafter Institute und in enger Zusammenarbeit mit ausgewählten Anwendern wie Theo Schaub von der Schaub Maler AG, gelang uns mit KEIM Lignosil vor etwa 10 Jahren der Transfer des Erfolgsmodells Silikatfarbe auf Holz.

Redaktion: Wo kommt KEIM Lignosil zum Einsatz und mit welchen Vorteilen?

Peter Treitz: Das KEIM Lignosil-System kommt im Innen-, vor allem aber im Außenbereich zum Einsatz. Hier kann es seine Vorteile wie hervorragenden Feuchteschutz, extreme Witterungsbeständigkeit, legendäre Langlebigkeit, absolute Lichtechtheit und UV-Stabilität voll ausspielen. Ein weiterer überzeugender Vorteil ist die leichte Renovierbarkeit und die im Vergleich zu konventionellen Holzbeschichtungen wesentlich längeren Renovierungszyklen. Zudem entfällt mühsames Abschleifen der Altfarbe, bei einer Renovierung von KEIM Lignosil ist es in der Regel ausreichend, die verwitterte Oberfläche zu reinigen und zu überarbeiten. Die ältesten, deckend mit KEIM Lignosil beschichteten Flächen stammen aus dem Jahre 1996 und stehen in der Nähe von Oslo. Diese sind erst nach 18 Jahren das erste Mal renoviert worden.
Für eine mineralische Beschichtung sprechen aber nicht nur technische, sondern auch ästhetische Gründe, z. B. die kalkmatte Oberflächenoptik und jahrzehntelange Farbtonstabilität. Das liegt an den rein anorganischen Pigmenten. Ihre Leuchtkraft entfaltet sich unter Lichteinwirkung dauerhaft und in voller Pracht an der Fassade. Deckend ausgeführt oder mineralisch lasiert, auf gehobeltem oder sägerauem Untergrund – bei der Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt.

dachtler architekten keimfarben 05

Redaktion: Anders als andere KEIM-Produkte verlangt das KEIM Lignosil-System zwingend nach einer Grundierung, die das Holz für den silikatischen Aufbau vorbereitet, warum?

Peter Treitz: Die in der Grundierung Lignosil-Base enthaltenen silikatischen Feinstfüllstoffe dienen als Reaktionspartner für das silikatische Bindemittel in der Farbbeschichtung Lignosil-Color. Dies ermöglicht einen dauerhaften Verbund zwischen dem organischen Untergrund Holz und der mineralischen Farbbeschichtung Lignosil­Color. Der hohe Innovationsgrad dieses Prinzips, das alle Vorteile der mineralischen Beschichtung auf den Untergrund Holz überträgt, wird durch das europäische Patent für das System und die Produkte unterstrichen.

Redaktion: Und der Holzschutz?

Peter Treitz: Holz bringt im Vergleich zu mineralischen Untergründen ein natürliches und hohes Befallsrisiko für Pilze und Holzfäule mit sich. KEIM Lignosil besitzt die natürlichen schimmel­ und pilzwidrigen Eigenschaften einer mineralischen Beschichtung. Zudem schützt KEIM Lignosil das Holz physikalisch und unterstützt durch seinen hohen Feuchteschutz und niedrigen Diffusionswiderstand den baulichen Holzschutz optimal.

Redaktion: KEIM Lignosil ist also eine ökologische Wahl für nachhaltigen Holzschutz?

Peter Treitz: Unbedingt! KEIM Lignosil überträgt die ökologischen Vorteile einer Silikatfarbe auf den Untergrund Holz. Die extrem hohe Langlebigkeit, der Verzicht auf Biozide und Lösemittel und der über den gesamten Nutzungszeitraum geringe Arbeits- und Materialaufwand machen KEIM Lignosil zu einem besonders wirtschaftlichen, ökologischen und nachhaltigen System.

Redaktion: Vielen Dank, Herr Treitz.


AnzeigeBFZ-Content GDYN