Bautechnik

Rutschsichere Böden und deren Prüfung in Theorie und Praxis


AnzeigeBFZ-Content GDYN

Am besten geeignet für Messungen der Rutschhemmung von Industrieböden ist das Gleitreibungsmessgerät. Das ist eine der Schlussfolgerungen der Studie “Rutschsicherheit”, die die Romex Produktionsgesellschaft mbH durchgeführt hat. Durch die Ergebnisse werden der in Deutschland durch die Berufsgenossenschaften maßgeblichen Methode der “Schiefen Ebene” sowie dem europaweit in Außenbereichen angewendeten “Pendeltest” zwar nicht kategorisch eine Absage erteilt. Dennoch eignen sie sich nicht besonders gut in der Praxis.

Entsprechend kommentiert Daniel Meurer, Geschäftsführer der Romex MB GmbH: „Die Methode nach der ‚Schiefen Ebene‘ ist vor Ort an der Baustelle nicht durchführbar. Und der Pendeltest liefert unsichere Messergebnisse. Deswegen empfehlen wir unseren Kunden, sich als Verarbeiter und Nutzer auf das Gleitreibungsmessgerät zu einigen.“ Für Meurer ist das Thema ein echtes Anliegen: „Rutschsicherheit ist Arbeitssicherheit.“

Bewegliches Gerät macht Messung vor Ort möglich
Die Vorteile der Methode nach dem Gleitreibungsmessgerät liegen auf der Hand: Beim Gleitreibungsmessverfahren misst ein bewegliches Gerät mit unterschiedlichen Gleitern zuverlässig den Widerstand, den der Boden gegen die Prüfgleiter aufbringt. Das bedeutet, dass auch eine nachträgliche Messung vor Ort möglich ist. Praktisch und sinnvoll für den Bodenverleger und den Endkunden. Ganz anders als bei der in Deutschland hauptsächlich angewandten Messmethode der “Schiefen Ebene”.

Dabei wird der zu prüfende Belag auf eine Kippvorrichtung montiert und beispielsweise mit Motorenöl eingestrichen. Anschließend begeht eine Testperson mit normierten Arbeitsschuhen die schräge Ebene mit kleinen Schritten vor und zurück. Dabei wird der Neigungswinkel so lange verändert, bis sich die Testperson unsicher fühlt. Der entscheidende Nachteil: Eine nachträgliche Prüf-Messung vor Ort ist nahezu unmöglich, da der Belag praktisch aus dem bereits verlegten Boden entnommen werden müsste. Das bedeutet: Wenn ein Kunde skeptisch ist, ob der verlegte Boden die ausgeschriebenen Anforderungen hinsichtlich der Rutschsicherheit erfüllt, ist eine Überprüfung nach der Methode der “Schiefen Ebene” kaum durchführbar, bzw. extrem aufwendig. Auch der sogenannte Pendeltest fällt durch, denn die aus diesem Verfahren gewonnenen Werte gelten als unsicher und werden von den deutschen Berufsgenossenschaften nicht anerkannt. Zudem kommt der Pendeltest vorwiegend in Außenbereichen zum Einsatz, kaum in Hallen.

{jathumbnail off}Rutschsichere Böden und deren Prüfung in Theorie und Praxis

Für Daniel Meurer ein klarer Fall: „Ich plädiere für die Methode mit dem Gleitreibungsgerät, weil dadurch eine schnelle und unkomplizierte Messung des fertigen Bodens jederzeit möglich ist. Das bedeutet größtmögliche Sicherheit für Verleger und Endkunde.“ Davon abgesehen führt ROMEX als internationaler Spezialist für Industriebodenbeschichtungen und Dienstleiter auf Kundenwunsch sämtliche Testmethoden durch.

Fehlende Harmonisierung der unterschiedlichen Werte Trotz der offensichtlichen Nachteile gibt der Hauptverband der Berufsgenossenschaften in einer Richtlinie (BGR 181) vor, dass in Deutschland „Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr“ durch R-Werte klassifiziert werden. Diese R-Werte liefert nur die Messmethode nach der „Schiefen Ebene“. Der Pendeltest gibt dagegen sogenannte SRT-Werte an, das Gleitreibungsmessverfahren den Gleitreibungskoeffizienten.

Die verschiedenen Systeme bringen somit unterschiedliche und nicht genau vergleichbare Messergebnisse hervor. Was fehlt ist eine Harmonisierung, eine exakte Umrechnungstabelle. Die gibt es derzeit aber noch nicht und sie wird es in absehbarer Zeit wohl auch nicht geben. Zu unterschiedlich sind die Systeme, als das man die Messwerte ohne weiteres ins Verhältnis zueinander setzen könnte.

In der Praxis kommen immer wieder Fälle vor, in denen der fehlende internationale Standard zu Problemen führt. Beispiel: Ein englisches Unternehmen beauftragt eine Firma mit der Lieferung eines Industriehallenbodens für ein neues Werk in Deutschland. Klar, dass die BGR 181 erfüllt werden muss. Allerdings hat das englische Unternehmen mitunter eigene zusätzliche Richtlinien, die etwa nach dem Pendeltest erfüllt werden müssen. Eine einzige Messung reicht dann nicht aus. Und wenn nur eine der unterschiedlichen Messmethoden Werte liefert, die den vorgegebenen Anforderungen nicht entsprechen, ist die Wahrscheinlichkeit von kostenintensiven Verzögerungen des gesamten Bauvorhabens hoch. Eine internationale Vereinheitlichung der Messmethoden und ihrer Werte würde vieles vereinfachen und eine Einigung auf das Gleitreibungsmessgerät Missverständnisse auf der Baustelle gänzlich beseitigen.

Der vollständige und detaillierte Prüfbericht “Rutschsicherheit”, der anhand entsprechender Untersuchungen im Jahr 2013 erstellt wurde, kann bei der Romex MB GmbH angefordert werden.

Romex MB GmbH, romex-ag.de


AnzeigeBFZ-Content GDYN